Die San Francisco 49ers haben das erste Regular-Season-Spiel der NFL in Australien klar gewonnen. Im Melbourne Cricket Ground schlugen sie die Los Angeles Rams in der Nacht zum 11. September deutscher Zeit mit 27:7. Vor 100.021 Zuschauern warf Brock Purdy drei Touchdown-Pässe, und die Defense erlaubte den Rams nur einen Touchdown. Die Rams waren als Favorit auf den Super Bowl in die Saison gegangen. Mit mehr als sieben Punkten Abstand hatten sie zuletzt im November 2024 verloren.
So setzten sich die 49ers gegen die Rams durch
Beide Offenses brauchten eine Weile, bis sie ins Spiel fanden. Der erste Drive der 49ers dauerte 15 Plays und ging über 65 Yards, brachte aber nur ein Field Goal, während die Rams bei ihren ersten beiden Drives punteten. Zu Beginn des zweiten Viertels lief Kyren Williams aus 5 Yards in die End Zone, erzielte damit den ersten Touchdown eines NFL-Spiels in Australien und brachte die Rams in Führung.
Kurz darauf leisteten sich Purdy und Matthew Stafford, der Quarterback der Rams, nacheinander je eine Interception. Seine drei Touchdown-Pässe warf Purdy alle in den vier Drives, die auf seine eigene Interception folgten. Den ersten, über 39 Yards, fing Demarcus Robinson, der früher für die Rams gespielt hatte. Mit 10:7 für die 49ers ging es in die Pause.
Nach der Pause trug Deebo Samuel einen Kickoff 45 Yards zurück und bereitete damit den Touchdown von Mike Evans vor, der in seinem ersten Spiel für die 49ers einen Pass aus 2 Yards fing. Zu Beginn des vierten Viertels fing Samuel dann selbst einen Pass über 15 Yards zum Touchdown und schloss damit einen Drive über 99 Yards ab. Purdy brachte insgesamt 25 von 34 Pässen für 205 Yards an.
Bei den Läufen teilten sich zwei Running Backs die Arbeit. Rookie Kaelon Black lief 14 Mal für 65 Yards, Christian McCaffrey zehnmal für 68 Yards. McCaffrey hatte in der vergangenen Saison 413 Mal als Läufer oder Passempfänger den Ball bekommen, so oft wie nie zuvor in seiner Karriere. Einen Running Back, der ihm einen Teil davon abnimmt, sucht Head Coach Kyle Shanahan seit drei Jahren.
Zwei Spieler der 49ers schieden verletzt aus. Wide Receiver De'Zhaun Stribling, ein Rookie, wurde mit einer Verletzung am Knöchel in einem Cart vom Feld gefahren, Tight End Jake Tonges verletzte sich am Knie. Wie schwer, ist bei beiden offen. Am 20. September empfangen die 49ers die Miami Dolphins.
Die Stars der Rams bleiben gegen die 49ers ohne Wirkung
Matthew Stafford führte die Liga im Vorjahr mit 46 Touchdown-Pässen an und warf in jedem Spiel mindestens einen. In Melbourne warf der amtierende MVP keinen einzigen. Er brachte 15 von 25 Pässen für 155 Yards an und kam auf ein Passer Rating von 61,2. Im dritten Viertel standen die Rams dicht vor der Goal Line der 49ers. Receiver Puka Nacua wurde knapp davor gestoppt, danach scheiterte Stafford im Fourth Down mit einem Quarterback Sneak an der 1-Yard-Linie.
Myles Garrett, amtierender Defensive Player of the Year, blieb bei seinem Debüt für die Rams ohne Tackle. Die Rams hatten ihn per Trade geholt, einen großen Teil des Training Camps verpasste er wegen Beschwerden.
Bei den 49ers standen dagegen zwei Spieler wieder auf dem Feld, die lange gefehlt hatten. Fred Warner hatte wegen eines Bruchs und einer Luxation des rechten Knöchels in der vergangenen Saison nur sechs Spiele bestritten. Gegen die Rams kam er auf elf Tackles, so viele wie kein anderer Spieler auf dem Feld. Nick Bosa, zurück nach seinem Kreuzbandriss, verbuchte vier Tackles, zwei davon als Tackle for Loss. Für Raheem Morris war es das erste Spiel als Defensive Coordinator der 49ers.
Sean McVay sucht die Schuld nicht bei der Anreise
Vor dem Spiel hatten sich die beiden Teams sehr unterschiedlich vorbereitet. Die 49ers waren eine Woche früher als die Rams nach Melbourne gereist. Die Rams blieben bis weniger als zwei Tage vor dem Anstoß zu Hause, lebten so weiter nach kalifornischer Zeit und landeten erst rund einen Tag vor dem Spiel.
Ausreden ließ Sean McVay, Head Coach der Rams, nach dem Spiel nicht gelten. Ob man die Niederlage an der Reise festmache oder an etwas anderem, sein Team sei schlicht nicht gut genug gewesen. Die 49ers seien in jedem Bereich besser gewesen, und er selbst habe seine Aufgabe bei Weitem nicht erfüllt. Für McVay war es die erste Niederlage in einem NFL-Spiel im Ausland, seine ersten drei hatte er alle gewonnen.
Das zweite Duell mit den 49ers folgt später in der Saison. Zunächst empfangen die Rams am 21. September die New York Giants.
